Wie viel Eigenkapital ist wirklich nötig?

Die klassische Faustformel lautet: 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital plus alle Nebenkosten. Das ist der Richtwert, mit dem die meisten Banken zufrieden sind und du die besten Zinsen bekommst. Aber was bedeutet das konkret?

Kaufpreis20 % EKNebenkosten (NRW 6,5 %)Gesamt benötigt
250.000 €50.000 €~35.000 €~85.000 €
350.000 €70.000 €~47.000 €~117.000 €
500.000 €100.000 €~65.000 €~165.000 €
750.000 €150.000 €~95.000 €~245.000 €

Was zählt als Eigenkapital?

  • Erspartes auf Konten und Tagesgeld — die beliebteste Quelle
  • Wertpapiere / ETF-Depot — zählt, wenn liquidierbar
  • Rückkaufswert Lebensversicherung — nach Nachweis
  • Bausparvertrag — Guthaben + Bauspardarlehen zusammen. Mehr erfahrenBausparrechner
  • Schenkungen von Eltern / Familie — mit Schenkungsvertrag. Wie es funktioniert
  • Riester-Kapital (Wohnriester)§ 92a EStG
  • Eigenleistung (Muskelhypothek) — bei Neubau bis ca. 15 % anerkannt
Tipp: Nicht alles Eigenkapital einsetzen! Reserve für: Umzug, Renovierung, Notfallfonds (3–6 Monatsgehälter) und laufende Kosten. Wer alles reinbuttered, steht beim ersten Defekt blank da.

Was passiert bei weniger als 20 % Eigenkapital?

Banken vergeben Kredite auch bei 10–15 % Eigenkapital — aber zu höheren Zinsen. Jede Beleihungsauslauf-Stufe kostet extra:

BeleihungsauslaufTypischer ZinsaufschlagMehrkosten bei 300.000 €, 10J
≤ 60 % (bestes Segment)0 % (Basispreis)
60–80 %+0,1–0,2 %3.000–6.000 €
80–90 %+0,3–0,5 %9.000–15.000 €
90–100 %+0,6–1,0 %18.000–30.000 €

Strategien: Eigenkapital schnell aufbauen

  1. Automatisches Sparen: Dauerauftrag am 1. des Monats direkt nach Gehaltseingang
  2. ETF-Sparplan: Rendite schlägt Tagesgeld langfristig. Bei 3 Jahren bis zum Kauf: Risiko vertretbar
  3. Sonderzahlungen systematisch anlegen: Urlaubs- und Weihnachtsgeld komplett sparen
  4. Nebeneinkommen: Freelance-Projekte, Verkäufe — alles direkt aufs Sparkonto
  5. Eltern / Familie einbinden: Zinsgünstige Familiendarlehen oder Schenkungen

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Strategien zum Eigenkapitalaufbau erklärt ImmobilienErfahrung.de. Weitere Infos zu Eigenkapital-Quellen: Kapitalanlage.one.

Eigenkapitalquoten und Zinsauswirkung: Was Banken wirklich berechnen

EK-QuoteBeleihungsauslaufTypischer ZinsaufschlagMehrkosten bei 300.000 € / 10J
30 % und mehrbis 60 %0 % (Bestzins)
20–30 %60–80 %+0,1–0,2 %ca. +3.000–6.000 €
10–20 %80–90 %+0,3–0,5 %ca. +9.000–15.000 €
0–10 %90–100 %+0,5–1,0 %ca. +15.000–30.000 €

Diese Quellen zählen als Eigenkapital

Viele Käufer unterschätzen, was Banken als Eigenkapital anerkennen. Folgendes zählt in der Regel:

  • Bankguthaben, Tagesgeld, Festgeld — uneingeschränkt
  • ETF- und Aktiendepot — mit Abschlag (ca. 80 % des aktuellen Werts)
  • Bausparvertrag-Guthaben — wenn zuteilungsreif, zu 100 %
  • Rückkaufswert Kapitallebensversicherung — zu 100 %
  • Riester-Rente (§ 92a EStG) — bis 15.000 € entnahmefähig (Wohnriester)
  • Schenkung von Eltern/Großeltern — mit schriftlichem Schenkungsvertrag
  • Eigenleistung (Muskelhypothek) — bei Neubau, bis ca. 15 % des Objektwerts anerkannt
Nicht als EK anerkannt: Privatkredite von Dritten, Dispokredite und geplante Einnahmen (z. B. ausstehende Erbschaft ohne verbindlichen Vertrag).

Wann lohnt es sich, mehr Eigenkapital einzusetzen?

Der Grenznutzen von mehr Eigenkapital nimmt ab. Die größten Zinssprünge liegen bei Überschreiten der 60 %- und 80 %-Beleihungsauslauf-Schwellen. Wer genug EK hat, um unter 60 % Beleihungsauslauf zu kommen, sollte das in Betracht ziehen — der Zinsvorteil ist am größten. Darüber hinaus empfehlen Experten jedoch, eine Notfallreserve von 3–6 Monatsgehältern liquide zu behalten. Das Eigenkapital vollständig zu investieren, um 0,1 % Zins zu sparen, lohnt sich nicht, wenn danach keine Reserve bleibt.

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