Was ist eine Tilgungsaussetzung?

Tilgungsaussetzung: Vor- und Nachteile im Überblick

Bei der Tilgungsaussetzung wird für einen bestimmten Zeitraum nur der Zinsanteil gezahlt — die Tilgung pausiert. Das senkt die monatliche Rate erheblich, aber die Restschuld bleibt konstant hoch.

Vor- und Nachteile

Tilgungsaussetzung: Vor- und Nachteile im Überblick
  • + Deutlich geringere Rate in schwierigen Phasen (z.B. Elternzeit, Arbeitslosigkeit)
  • + Mehr monatlicher Spielraum für andere Ausgaben
  • - Restschuld sinkt nicht → länger schuldenfrei
  • - Mehr Gesamtzinsen über die Laufzeit
  • - Nicht alle Banken erlauben Tilgungsaussetzung

Rechenbeispiel: 6 Monate Tilgungsaussetzung

300.000 € Darlehen, 3,5 % Zins: Normale Rate 1.375 €, Rate ohne Tilgung 875 €. Ersparnis: 500 € × 6 Monate = 3.000 €. Aber: 6 Monate Tilgung fehlen → Laufzeit verlängert sich um ca. 2 Monate, Mehrkosten ca. 1.800 € Zinsen. Netto: Nur 1.200 € "gespart" — mit Laufzeitverlängerung.

Wann ist die Tilgungsaussetzung sinnvoll?

  • Kurzfristige finanzielle Engpässe (Krankheit, Jobwechsel)
  • Elternzeit mit stark reduziertem Einkommen
  • Nur wenn keine andere Option (Ersparnisse, Sondertilgungsrecht)

Besser als Tilgungsaussetzung: Ausreichend Rücklagen aufbauen und im Ernstfall darauf zurückgreifen. Nutze unseren Rechner um verschiedene Szenarien zu planen.

Erfahrungswerte: So viel macht der Unterschied

Wer von 1 % auf 2 % Anfangstilgung erhöht, zahlt ca. 200–300 € mehr im Monat — aber verkürzt die Laufzeit bei 300.000 € um ca. 12 Jahre. Das sind 12 Jahre früher schuldenfrei und ca. 40.000–60.000 € weniger Zinsen insgesamt.

Tipp: Simuliere verschiedene Tilgungsszenarien mit unserem Finanzierungsrechner. Die Laufzeit-Differenz zwischen 1 % und 3 % Tilgung ist dramatisch.

Tilgungsaussetzung: Chancen und Risiken

Bei einer Tilgungsaussetzung zahlst du nur Zinsen — keine Tilgung. Das hält die monatliche Belastung niedrig, erhöht aber die Gesamtkosten erheblich.

MerkmalTilgungsaussetzungNormale Tilgung
Monatliche RateNur Zinsen (niedriger)Zinsen + Tilgung
Restschuld nach Zinsbindung100 % des Starts60–80 %
GesamtzinskostenDeutlich höherStandard
Sinnvoll beiÜberbrückung, LV-TilgungsträgerStandardfall

Tilgungsaussetzung mit Tilgungsträger

Klassisches Modell: Statt zu tilgen, bespare ich einen Tilgungsträger (Lebensversicherung, Bausparvertrag). Am Ende der Laufzeit zahlt der Tilgungsträger das Darlehen zurück. Risiko: Tilgungsträger erbringt weniger als erwartet.

Warnung: Viele LV-Tilgungsträger aus den 1990ern haben weniger erbracht als erwartet — Kreditnehmer mussten nachfinanzieren. Heute werden diese Modelle kaum noch empfohlen.

Fazit: Tilgungsaussetzung in 2026 sinnvoll?

Tilgungsaussetzungen mit klassischen Lebensversicherungs-Tilgungsträgern werden heute kaum noch empfohlen. Die Erfahrungen der 1990er-Jahre haben gezeigt, dass LV-Renditen oft nicht wie prognostiziert eintraten. Für aktuelle Finanzierungen: Standard-Annuitätendarlehen mit ausreichend Tilgung (min. 2%) und Sondertilgungsrecht wählen.

Mehr: Tilgungsrechner | Annuitätendarlehen erklärt

Tilgungsaussetzung: Was bedeutet das und wann ist es sinnvoll?

Bei einer Tilgungsaussetzung zahlst du für einen vereinbarten Zeitraum nur die Zinsen — keine Tilgung. Die Restschuld bleibt konstant. Dieses Modell ist in bestimmten Situationen sinnvoll, birgt aber erhebliche Risiken.

KriteriumStandard-AnnuitätTilgungsaussetzung
Monatliche RateHöher (Zins + Tilgung)Niedriger (nur Zins)
Restschuld nach 10JSinkt kontinuierlichBleibt konstant
GesamtzinskostenNiedrigerDeutlich höher
Sinnvoll beiStandardfall (Eigennutz)Kapitalanleger (Steuerstrategie)
Warnung: Tilgungsaussetzung erhöht die Gesamtzinskosten massiv. Bei 300.000 € und 10 Jahren ohne Tilgung zahlst du ca. 105.000 € Zinsen — bei 2 % Tilgung wären es ca. 94.000 € und deine Restschuld wäre bereits auf 228.000 € gesunken. Der scheinbar günstige Vorteil kostet langfristig sehr viel mehr.