Sollzins vs. Effektivzins

Jede Bank muss laut Gesetz den effektiven Jahreszins ausweisen. Der Sollzins ist nur der reine Zinssatz auf das Darlehen. Der Effektivzins enthält zusätzlich alle Kosten: Bearbeitungsgebühren, Auszahlungskurs (Disagio), Tilgungsverrechnung.
Beispiel: Sollzins 3,40 %, aber durch ein Disagio von 2 % wird der Effektivzins auf 3,65 % erhöht. Wer nur den Sollzins vergleicht, landet beim falschen Anbieter.
Was ist im Effektivzins enthalten?

- Sollzins (nominaler Zinssatz)
- Disagio (Abzug vom Auszahlungsbetrag)
- Bearbeitungsgebühren (heute selten)
- Tilgungsverrechnung (jährlich vs. monatlich)
Was ist NICHT enthalten?
- Grundbuch- und Notarkosten
- Kontoführungsgebühren
- Gebäudeversicherung
- Bereitstellungszinsen
Praktischer Tipp
Beim Anbietervergleich immer den Effektivzins vergleichen — nie nur den Sollzins. Dieser ist per Gesetz nach einheitlichen Regeln berechnet und macht Angebote wirklich vergleichbar. Nutze unseren Rechner für eigene Berechnungen.
Erfahrung aus der Praxis
Viele Kreditnehmer unterschätzen den Unterschied zwischen verschiedenen Anbietern. In unserer Erfahrung: Wer nur seine Hausbank fragt, zahlt im Schnitt 0,3–0,6 % zu viel. Bei 250.000 € Darlehen und 10 Jahren Zinsbindung sind das 7.500–15.000 € — für nichts.
Wie Effektivzins und Sollzins sich rechtlich unterscheiden, erklärt die Verbraucherzentrale Baufinanzierung verständlich. Mehr zur Zinsberechnung: ImmobilienErfahrung.de.
Effektivzins-Berechnung: Ein konkretes Beispiel
Nehmen wir zwei Angebote für 250.000 € Darlehen, 10 Jahre Zinsbindung:
| Angebot A | Angebot B | |
|---|---|---|
| Sollzins | 3,40 % | 3,20 % |
| Disagio | 0 % | 2 % (Auszahlung 98 %) |
| Effektivzins | 3,40 % | 3,62 % |
| Zinskosten 10J | ca. 73.000 € | ca. 78.000 € |
Angebot A mit dem höheren Sollzins ist das günstigere! Wer nur Sollzinsen vergleicht, wählt das falsche Angebot.
Was gehört alles in den Effektivzins?
- Sollzins: Basis-Zinskosten
- Disagio: Kursabschlag bei der Auszahlung
- Bearbeitungsgebühren: Falls erhoben (bei Bankdarlehen in DE seit 2014 weitgehend verboten)
- Zahlungsrhythmus: Monatliche vs. vierteljährliche Zahlung beeinflusst den Effektivzins minimal
- Nicht enthalten: Notarkosten, Grundbuchgebühren, Grunderwerbsteuer, Gebäudeversicherung
Effektivzins vs. Gesamtkosten: Was ist entscheidend?
Der Effektivzins ist für den Vergleich entscheidend. Für die absolute Belastung zählen die Gesamtkosten über die Laufzeit. Nutze unseren Baufinanzierungsrechner um beide Werte transparent zu sehen: Monatsrate, Gesamtzinskosten und Restschuld.
Alle aktuellen Zinsdaten: Bauzinsen aktuell 2026 — Zinsentwicklung & Prognose
Effektivzins richtig nutzen
Der effektive Jahreszins ist gesetzlich vorgeschrieben (PAngV) und muss in jeder Kreditwerbung stehen. Er ermöglicht den einzigen fairen Vergleich zwischen Angeboten verschiedener Banken. Ein Angebot mit niedrigem Sollzins aber hohen Gebühren kann einen höheren Effektivzins haben als ein Angebot mit höherem Sollzins.
Unser Baufinanzierungsrechner rechnet immer mit dem Effektivzins für maximale Transparenz.
Effektiver Jahreszins: Alles was du wissen musst
Der effektive Jahreszins (auch: Effektivzins) ist die gesetzlich vorgeschriebene Kennzahl für den Gesamtkostenvergleich von Krediten. Er ist immer höher als der Sollzins — weil er alle Kosten enthält.
Die genaue Berechnung folgt der EU-Richtlinie über Verbraucherkreditverträge (2008/48/EG). Vereinfacht: Der Effektivzins ist derjenige Zinssatz, der — wenn auf alle Zahlungsströme angewendet — die Gleichung zwischen Auszahlungsbetrag und allen Rückzahlungen zum Ausgleich bringt (interner Zinsfuß).
| Enthaltene Kosten | Im Sollzins | Im Effektivzins |
|---|---|---|
| Zinskosten | Ja | Ja |
| Bearbeitungsgebühren | Nein | Ja |
| Kontoführungsgebühren (falls zwingend) | Nein | Ja |
| Tilgungsversicherungen (falls Pflicht) | Nein | Ja |