Prolongation vs. Umschuldung — was ist der Unterschied?

Wenn deine Zinsbindung ausläuft, steht eine Entscheidung an, die zehntausende Euro Unterschied machen kann. Die zwei Optionen:

ProlongationUmschuldung
Was ist es?Verlängerung bei der gleichen BankWechsel zu einer anderen Bank
AufwandMinimal — ein Brief reichtNotar, Grundschuldabtretung nötig
ZinsenOft 0,2–0,5 % teurer als MarktMeist 0,2–0,5 % günstiger
KostenKeineCa. 300–600 € (Notar/Grundbuch)
EmpfehlungNur wenn Konditionen stimmenStandard — fast immer sinnvoller
Tipp: Wer die Anschlussfinanzierung langfristig planen will, kann heute einen Bausparvertrag abschließen und sich den Zinssatz für die Zukunft sichern. Mehr zur Bausparvertrag-Anschlussfinanzierung →
Tipp: Starte die Suche nach Anschlussfinanzierung 12–18 Monate vor Ende der Zinsbindung — nicht erst 3 Monate vorher. Forward-Darlehen sind schon 5 Jahre im Voraus möglich.

Wann lohnt sich die Umschuldung?

Faustregel: Ab 0,2 % Zinsvorteil lohnt die Umschuldung fast immer. Rechenbeispiel:

RestschuldZinsvorteilLaufzeitErsparnisUmschuldungskosten
200.000 €0,2 %10 Jahre~4.000 €400–600 €
200.000 €0,5 %10 Jahre~10.000 €400–600 €
300.000 €0,3 %10 Jahre~9.000 €500–700 €

Schritt-für-Schritt: Anschlussfinanzierung optimal planen

  1. 18 Monate vorher: Restschuld berechnen mit unserem Rechner
  2. 15 Monate vorher: Mindestens 3 Angebote einholen (Konditionsanfragen!)
  3. 12 Monate vorher: Bestes Angebot auswählen, ggf. Forward-Darlehen abschließen
  4. 3 Monate vorher: Alle Unterlagen bereitstellen, Notar vorbereiten
  5. Bei Ablauf: Nahtloser Übergang — kein Tag ohne Finanzierung

Was ist ein Forward-Darlehen?

Ein Forward-Darlehenist ein Darlehensvertrag, der jetzt zu heutigen Zinsen abgeschlossen wird, aber erst in der Zukunft ausgezahlt wird. Du sicherst dir den aktuellen Zins — das kostet einen kleinen Aufschlag (ca. 0,01–0,03 % pro Monat Vorlauf).

Tipp: Bei einem Forward-Darlehen gilt: Je länger der Vorlauf, desto höher der Aufschlag. 12 Monate Vorlauf kostet ca. 0,12–0,36 % Aufschlag. Das lohnt sich nur wenn du erwartest, dass Zinsen steigen.

Prolongation verhandeln — so gehts

Auch bei Prolongation musst du nicht das erste Angebot akzeptieren. Deine Bank weiß, dass du weggehen könntest. Nutze das:

  • Konkurrenzangebote vorlegen (von Interhyp, Dr. Klein)
  • Auf lange Geschäftsbeziehung hinweisen
  • Höhere Tilgung anbieten — senkt das Bankrisiko
  • Im Gegenzug: besserer Zinssatz, mehr Sondertilgungsoptionen

Mehr zur Anschlussfinanzierung Planungund zum Anbietervergleich.

Den Unterschied zwischen Prolongation und Umschuldung erklärt ImmobilienErfahrung.de detailliert. Für einen Anbietervergleich: Anschlussfinanzierung.one.

Prolongation: Vor- und Nachteile

Bei der Prolongation verlängerst du den Kredit einfach bei deiner Hausbank zu neuen Konditionen. Der Vorteil: kein Aufwand, keine neuen Unterlagen, keine Grundbuchkosten. Der Nachteil: Deine Hausbank weiß, dass du wahrscheinlich nicht wechselst — und macht oft kein optimales Angebot. Studien zeigen: Prolongationskunden zahlen im Schnitt 0,2–0,4 % mehr als Umschuldungskunden.

Tipp: Verhandel aktiv! Sag der Hausbank, dass du Vergleichsangebote eingeholt hast. Allein dieser Schritt bringt oft 0,1–0,2 % Zinsreduktion — ohne Aufwand.

Umschuldung: So läuft der Wechsel ab

Bei der Umschuldung wechselst du zu einer anderen Bank. Der neue Anbieter übernimmt die Grundschuld, was mit Notarkosten von ca. 0,2–0,5 % der Darlehenssumme verbunden ist. Diese Kosten refinanzieren sich durch den Zinsvorteil typischerweise innerhalb von 12–24 Monaten. Zeitplan: Konditionsanfragen stellen (SCHUFA-neutral!) → Angebote vergleichen → Zusage einholen → Kündigung bei alter Bank mit 3 Monaten Frist → Notar → Auszahlung.

ProlongationUmschuldung
AufwandGeringMittel (Unterlagen, Notar)
KostenKeine0,2–0,5 % (Notar, Grundbuch)
ZinsersparnisSelten optimalOft 0,2–0,5 % besser
EmpfehlungNur wenn Unterschied < 0,15 %Bei > 0,2 % Differenz

Forward-Darlehen: Jetzt sichern, später profitieren

Ein Forward-Darlehen sichert dir heute den Zinssatz für eine Anschlussfinanzierung in bis zu 60 Monaten Vorlauf. Der Zinsaufschlag beträgt je nach Anbieter 0,01–0,02 % pro Monat Vorlaufzeit — bei 36 Monaten sind das ca. 0,36–0,72 % Aufschlag. Es lohnt sich, wenn die Zinsen bis dahin stärker steigen als der Aufschlag. Mit unserem Anschlussfinanzierungs-Rechner kannst du verschiedene Szenarien durchrechnen.